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Bioenergie

Schleswig-Holstein ist Energieland.....

Die heutige Agrarpolitik fördert mittel- und langfristig eine multifunktionale Landwirtschaft. Dabei sollen durch eine ressourcenschonende und umweltverträgliche Landbewirtschaftung neben der klassischen Urproduktion von Lebens- und Futtermitteln auch neue Verwertungsalternativen im industriell-technischen Bereich sowie zur Energiegewinnung erschlossen werden. Durch die Schaffung entsprechender gesetzlicher Rahmenbedingungen wurden die Voraussetzungen für die energetische Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Rohstoffe entscheidend verbessert. Hierbei bietet die Biomasse große Potentiale zur Strom- und Wärmegewinnung sowie für die Herstellung von Treibstoffen.
Biomasse fällt in der Landwirtschaft u.a. als Wirtschaftsdünger, Getreidestroh, Grünpflanzenrückständen und Holz an oder wird gezielt zur energetischen Verwertung (z. B. Mais, Raps) angebaut. Sie finden unter www.lwk-sh.de (Startseite/ Fachangebot/ Erneuerbare Energie) Informationen zu diesem Thema. Weitere ausführliche Informationen sind unter www.zukuenftig-bioenergie.de zu finden. 

Biogas

Biogasanlage in Schleswig-Holstein.

Durch technische Weiterentwicklungen und verbesserte Rahmenbedingungen sind die Voraussetzungen für den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in Biogasanlagen geschaffen worden. Die Landwirtschaft kann mit den Biogasanlagen einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung leisten. Biogas zählt zu den erneuerbaren Energieträgern, weil es aus regional verfügbaren nachwachsenden Rohstoffen, Bioabfällen und Gülle gewonnen wird. Durch den Bau und Betrieb von Biogasanlagen wird die ländliche Wirtschaftsstruktur gestärkt und ein Klimaschutzeffekt erzielt, weil bei der Biogasnutzung die natürlichen Kreisläufe geschlossen sind und kein zusätzliches CO2 in die Atmosphäre gelangt. Weiterhin wird die Pflanzenverfügbarkeit der Nährstoffe in den ausgegasten Gärresten erhöht und die Geruchsemission gegenüber nicht ausgegaster Rohgülle reduziert.

Holz

Holz: Ein wichtiger Energielieferant.

Der energetischen Nutzung von Holz kommt eine stetig wachsende Bedeutung zu. Stetig steigende Rohölpreise, zunehmendes Bewusstsein der begrenzten Verfügbarkeit der weltweiten fossilen Energievorkommen und die von allen Seiten erkannte Notwendigkeit, die CO2-Emissionen zu reduzieren, führten zu einem Umdenken in der Energiepolitik. Neben der Energieeinsparung kommt der Nutzung regenerativer Energieträger eine wachsende Bedeutung zu. Auf Grund des hohen energetischen Wirkungsgrades ist der Einsatz von Holz für die thermische Nutzung ideal. Die Verwendung von Holzenergie führt auch nicht zu einer unkontrollierten Abholzung der Wälder. Im Zuge einer nachhaltigen Waldpflege können auch minderwertige Holzsortimente, die sowohl bei der Wald- und Knickpflege als auch bei der Wertholzproduktion abfallen, sinnvoll und rentabel genutzt werden. Die Verbrennung von Holz läuft in einem CO2 neutralen Kreislauf, da lediglich soviel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie der Baum in Laufe seines Wachstums aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Die CO2 Abgabe würde außerdem bei der Verrottung des ungenutzten Holzes im Wald gleichermaßen stattfinden. Entscheidend für den Heizwert des Brennholzes ist der Wassergehalt. Ist viel Wasser enthalten, geht viel Energie für Verdampfungsprozesse verloren. Wer mit Holzenergie heizen will, kann sich zwischen vielen verschiedenen Methoden entscheiden. Im Handel werden Brennholz, Hackschnitzel, Holzbriketts und Holzpellets angeboten.

Rapsöl

Der Ölgehalt liegt bei über 40 Prozent.

Neben seiner Nutzung als Speiseöl und als Rohstoff für Speisefette wird Raps in Deutschland hauptsächlich zur Herstellung technischer Produkte angebaut. Aus ca. 3 t Raps lassen sich ca. 1 t Rapsöl pressen, was einem Heizwert von 10.000 kWh oder als Kraftstoff ca. 1.000 l Diesel oder 1.125 l Superbenzin entspricht. Die wachsende Popularität des Rapsanbaus ist auch durch die Landwirtschaftspolitik der EU begründet: Die Landwirte erhalten Stilllegungsprämien für „konjunkturell stillgelegte Flächen“, auf denen der Anbau von Raps als „nachwachsender Rohstoff“ möglich und auch beihilfefähig ist.
Der Hauptteil des Rapses wird  in der Produktion von Rapsölmethylester (RME) eingesetzt, der auch unter dem Begriff Biodiesel bekannt ist. Seine Produktion wird von staatlicher Seite gefördert, weil er als nachwachsender Rohstoff eine günstigere CO2-Bilanz als fossile Brennstoffe aufweist, biologisch abbaubar und stabiler als z. B. Sonnenblumenmethylester (SME) ist und bei der Verbrennung weniger Ruß als Dieselkraftstoff erzeugt.
Zur Herstellung von Biodiesel wird Pflanzenöl mit ca. 10 % Methanol und verschiedenen Reagenzien (vor allem Kaliumhydroxid oder Natriumhydroxid und seltener Alkoholate) versetzt. Bei Normaldruck und Temperaturen um 60 Grad Celsius werden die Esterbindungen der Triglyceride des Pflanzenöls getrennt und die entstehenden Fettsäuren mit dem Methanol verestert (Umesterung). Das dabei entstehende Glycerin wird vom Biodiesel getrennt.
Durch diesen Vorgang hat das Endprodukt eine deutlich geringere Viskosität als das unbehandelte Pflanzenöl und kann auf Grund seiner physikalischen Eigenschaften als Ersatz für Dieselkraftstoff verwendet werden. Der Kraftstoff hat jedoch andere chemische Eigenschaften, die in üblichen Einspritzsystemen zu Defekten führen können. So konnten beim Einsatz dieser Kraftstoffe Verkokungen der Spritzlöcher von Einspritzdüsen der Injektoren beobachtet werden. Des Weiteren reagieren die Dichtungen in den Hochdruckpumpen sehr empfindlich auf diese Kraftstoffe. Aus diesem Grund erfordert der Betrieb eines Motors entsprechende Anpassungen und ist nur nach Freigabe durch den Motorhersteller zu empfehlen.

Fakten zum Biodiesel:

  • Biodiesel ist schwefelarm (< 10 ppm)
  • Biodiesel senkt deutlich die Ruß-Emission (bis zu ca. 50 %), doch der Gehalt an schädlichen Partikeln bleibt vergleichbar mit Mineralöl-Diesel.
  • Biodiesel hat keine „neutrale“ oder „klimaneutrale“ CO2-Bilanz, sondern liegt laut einer Studie zu den Ressourcen- und Emissionsbilanzen für das Umweltbundesamt zwischen 30 und 80 Prozent unter normalem Diesel, je nach Nutzung der anderen Beiprodukte wie Rapsschrot und Glycerin.
  • Biodiesel enthält weder Benzol noch andere giftige Aromaten
  • Biodiesel verursacht eine um bis zu ca. 40 % höhere Kohlenwasserstoff-Emission
  • Biodiesel verursacht teilweise höhere NOx-Emissionen

Alles zum Anbau finden Sie hier: Raps

Windenergie

In Schleswig-Holstein kommen über 30 % des
Stromverbrauchs aus der Windenergie.

In Schleswig-Holstein kommen inzwischen über 30 % des Stromverbrauchs aus der Windenergie. Pro Einwohner wird hier bundesweit der meiste Strom aus Windenergie gewonnen. Zudem ist Schleswig-Holstein mit mehr als 5.000 Beschäftigten ein weltweit führender Standort der Windenergietechnik. Der weitere Ausbau der Windenergie durch Repowering und zukünftige Planungen im Offshore-Bereich lässt einen weiteren Anstieg der installierten Leistung erwarten.

Übersicht Windenergie in Schleswig-Holstein (2006)

Windenergieanlagen                                                                            2600
Gesamtleistung in Megawatt                                                              2290
Windstromproduktion in Gigawattstunden                                      4000

Quelle: Windenergie XIX Praxisergebnisse 2006, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

Solarenergie

Die großen Dachflächen landwirtschaftlicher
Gebäude bieten sich für Solaranlagen an.

Die Sonne liefert uns täglich ein enormes Energiepotential, welches uns auch in Zukunft unerschöpflich zur Verfügung steht. Sonnenenergie kann durch solarthermische Anlagen zur Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung eingesetzt werden, aber auch durch die Verwendung von Photovoltaikanlagen Strom erzeugen. Solarenergieanlagen gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen und Größen. Auch in Schleswig-Holstein gibt es größere Solarenergieparks (z. B. auf der Insel Pellworm und in Rodenäs) auf z.T. noch landwirtschaftlich genutzten Grünlandflächen.