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Kartoffeln (Solanum tuberosum)

Die Kartoffel ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse zu der z.B. auch die Tomate gehört. Über die Knollen kann sich die Pflanze vegetativ (durch Zellteilung) vermehren. Alle grünen Teile der Pflanze sind für den Menschen ungenießbar oder sogar leicht giftig.
In Deutschland werden jährlich etwa 11 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Die Kartoffel ist unser wichtigstes heimisches Grundnahrungsmittel.
In Schleswig-Holstein wird sie auf den leichteren Böden angebaut (u.a. Geest).

Bodenbearbeitung

Eine feinkrümmelige Bodenlockerung ist wichtig.

Die Saatvorbereitung des Ackers erfolgt im Frühjahr. Das Saatbett muß feinkrümelig sein, um die Aussaat, die mechanischen Pflegemaßnahmen und die Ernte zu erleichtern. Der Boden sollte einen guten Luft-, Wasser- und Wärmeaustausch ermöglichen. Flache und große Flächen mit feinen, sandigen Böden ohne Steine eignen sich besonders für den Kartoffelanbau (Geest). Zudem sind Gebiete mit geringerer Luftfeuchtigkeit, z.B. in trockeneren Regionen oder in höhere Lagen, wegen des reduzierten Krankheitsrisikos, besonders interessant für den Kartoffelanbau. Die Kartoffeln werden in Dämmen angebaut.

Pflanzung

Bodenseperation.
Die Pflanzendichte im Feld (Reihen- und Pflanzenabstände) ist abhängig von der Nutzung. Dichtere Bestände sind typisch für die Erzeugung von Pflanzgut und haben kleiner Knollen zur Folge. Beim Anbau der Kartoffeln für Nahrungszwecke sind die Bestandesdichten geringer, was größere Knollen zur Folge hat. Das Setzen der Saatgut-Kartoffeln erfolgt durch eine spezielle Setzmaschine, welche die kleinen Kartoffelknollen im Abstand von 33 cm in einer Tiefe von 8 bis 10 cm ablegt und den bis auf diese Tiefe fein bearbeiteten Ackerboden wieder in Dammform verschließt.

Pflanzenschutz

Die Unkrautregulierung erfolgt durch den Einsatz
von Herbiziden.

Die Unkrautregulierung ist im Jugendstadium unverzichtbar. Es ist von enormer Bedeutung, dass die Kartoffelstauden bis zur vollständigen Bodendeckung vor dem Unkraut geschützt sind. Die Behandlung erfolgt je nach Wirtschaftsweise mechanisch (Hackgerät, Rollsternhacke, Striegel....) oder mit Hilfe von Herbiziden (Spritzmittel).
Die bedeutendste Pilzkrankheit ist die Kraut- und Knollenfäule. Diese breitet sich besonders bei feuchtwarmer Witterung aus und führt zu einem vorzeitigem Absterben der Pflanze. Das Knollenfleisch hat dadurch eine bräunliche Verfärbung. Schützen kann man die Pflanze ausschließlich durch den regelmäßigen kontrollierten Einsatz von Fungiziden.
Bedeutender Kartoffelschädling ist der Kartoffelkäfer, der durch Abschütteln oder dem Einsatz von Insektiziden bekämfpt werden kann.
Gegen Ende der Vegetationszeit wird das Kraut abgetötet, um das Wachstum bei optimalen Knollenbeschaffenheit zu unterbrechen und die Ansteckung der Knollen durch Krankheiten zu verhindern.

Düngung

Kartoffelblüte nach ca. 8 Wochen der
Keimung.
Um die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen zu unterbinden, wird empfohlen, ein Feld nur alle drei Jahre mit Kartoffeln zu bestellen (Nematodenproblematik). Der pH-Wert des Bodens sollte zwischen 5 und 6 liegen. Der Bedarf an Nährstoffen liegt bei 80 bis 120 kg Stickstoff je Hektar, 50 bis 80 kg Phosphor je Hektar und 125 bis 160 kg Kalium je Hektar. Hierbei handelt es sich um Richtwerte. Landwirte errechnen individuell den tatsächlichen Bedarf.

Ernte

Das wichtigste heimische Grundnahrungs-
mittel: Die Kartoffel.

Lediglich 1/4 der Kartoffelernte wird für den direkten menschlichen Verzehr produziert. Weitere 25% werden zu Stärke und Alkohol verarbeitet ca. 40% landen im Futtertrog von Nutztieren, Der Rest der Ernte wird als Saatkartoffeln wieder in den Boden gelegt.
In den letzten Jahrzehnt hat der Verbrauch stetig nachgelassen, was insbesondere an den leichter zuzubereitenen Alternativen wie Reis und Nudeln zurückzuführen ist. In den letzten Jahren hat die Produktion von Kartoffelfertiggerichten (u.a. Kartoffelchips, Pommes Frites, Kroketten, Fertig-Rösti.....) durch die Nahrungsmittelindustrie zugenommen. 

Die Kartoffel besteht aus:

ca. 78 Prozent Wasser
ca. 15 Prozent Kohlenhydrate (Stärke)
ca. 2 Prozent Eiweiß
ca. 2,1 Prozent Ballaststoffe
ca. 1 Prozent Mineralstoffe und Spurenelemente
zusätzlich zahlreiche Vitamine, hauptsächlich Vitamin C