ökologischer Landbau
Der Begriff ökologischer Landbau bezeichnet die Herstellung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf der Grundlage möglichst naturschonender Produktionsmethoden unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der Ökologie und des Umweltschutzes. Im ökologischen Landbau werden u.a. keine Pflanzenschutzmittel (Fungizide, Herbizide, Insektizide etc.) und mineralische Düngemittel eingesetzt.
Im Rahmen des ökologischen Landbaus ist ein starkes Augenmerk auf die Fruchtfolge zu richten, da gerade durch auf- und abbauende Pflanzen die Erträge und Qualitäten sichergestellt werden müssen. Zur Gestaltung einer Fruchtfolge für einen reinen Marktfruchtbetrieb gibt es folgende Grundsätze:
- Humus- bzw. Stickstoffzehrer nach - mehrern
- Wechsel zwischen Winterungen (Aussaat im Herbst z.B. Winterroggen) und Sommerungen (Aussaat im Frühjahr z.B. Hafer)
- Einschalten von Blattfrüchten vor oder nach Halmfrüchten
- Stellung von unkrautempfindlichen Kulturen nach unkrautunterdrückenden Beständen
- Kombination von Hauptfrüchten verschiedener Arten (z.B. Erbsen und Ackerbohnen) oder mit Untersaaten
- Erweiterung der Kulturarten durch Zwischenfruchtanbau
- Möglichst ganzjährigen Schutz des Bodens durch Bewuchs.
Grünbrache/ Kleegras
Zur Förderung des Bodenlebens und Sammlung
von Stickstoff wird Kleegras ausgesät.
Die einjährige Brache lockert die Fruchtfolge auf und verbessert die Bodenhygiene. Zumeist wird hierbei eine Kleegras ausgebracht, um Stickstoff über die Knöllchenbakterien zu binden und zudem das Bodenleben zu fördern. Sie gilt als optimale Vorfrucht, da es eine sehr gute Bodengare sowie ein hohes Nährstoffpotential hinterlässt.
Winterweizen
Weizen aus ökologischem Anbau lässt sich
sehr gut vermarkten.
Ökologisch angebauter Weizen mit guten Qualitäten (Backweizen) ist eine sehr gut zu vermarktende Kultur. Weitere Verwertung sind : Viehfutter und zunehmend als Brauweizen.
Wie zu erkennen beansprucht der Weizen die beste Fruchtfolgestellung, um die entsprechenden Qualitäten zu erreichen. Er steht vorzugsweise nach Leguminosen (hier: Kleegras). Die Aussaat ist ortsübliche durchzuführen. Hierbei ist jedoch auf deutlich höhere Saatstärken zu achten sowie einen möglicherweise breiteren Reihenabstand, um eine mechanische Unkrautregulierung mit der Hacke durchführen zu können. Die Vorfrucht (Kleegras) liefert den Stickstoff. Bei viehhaltenden Betrieben kann mit betriebseigenen Wirtschaftsdüngern (z.B. Mist) weitere Nährstoff zugeführt werden. Die Unkrautregulierung erfolgt zweimal mechanisch (Striegeln).
Hafer
Hafer gilt als energiereiches Kraftfutter für Tiere (Pferde). Genutzt wird er überwiegend bei der Flockenherstellung (Keks-, Müsli- und Brotherstellung) sowie als Futtergetreide. Er hat einen guten Vorfruchtwert und gilt als Gesundungsfrucht. Die Aussaat erfolgt im zeitigen Frühjahr (so früh wie möglich). Hafer eignet sich somit insbesondere als abtragende Frucht nach z.B. Winterweizen. gegenüber Pilzkrankheit ist er wenig anfällig. Die Beikrautregulierung beim Hafer erfolgt wie auch bei den anderen Getreidearten durch mind. zweimaligen Striegeleinsatz.
Qualitätsparameter: 55 kg Hektolitergewicht, Proteingehalt über 14 Prozent, gesunder Geruch.
Erbsen
Stickstoff fixieren.
Die Erbse ist eine schwer zu händelnde Ackerfrucht und erfordert viel Fingerspitzengefühl. Die Praxis weist stark schwankende Erträge auf. Wegen der Stickstofffixierung durch die Pflanzen sind die Vorfruchtansprüche gering und und die Vorfruchtwirkung gut. Somit gilt die Körnererbse als ein der Kulturen im Rahmen einer ökologischen Fruchtfolge. Als Eiweißträger in der ökologischen Tierhaltung hat sie eine entscheidende Bedeutung. Da sie auf Staunässe und schlechte Bodenlüftung negativ reagiert, sind insbesonder leichtere bis mittlere Böden für den Anbau vorteilhaft. Die Erbsen sind in unserem Beispiel nach der zweiten Getreidefrucht (Winterweizen, Hafer)) angebaut. Die Aussaat erfolgt ortsüblich ab Mitte März, wobei jedoch auf die Frostempfindlichkeit zu achten ist. Die Aussatmenge liegt bei 80 Körner/m2 und das Saatgut ist in eine Tiefe von ca. 5 cm zu legen. Ein guter pH-Wert ist wichtig. Der für das Wachstum benötigte Stickstoff wird über die Knöllchenbakterien aufgenommen. Aufgrund der Anfälligkeit gegenüber Verunkrautung ist die Unkrautregulierung besonders wichtig. Bereits vor der Aussaat ist eine erste mechanische Maßnahme durchzuführen. Anschließend ist eine mehrmaliges Striegeln erforderlich..
Winterroggen mit Kleegrasuntersaat
Winterroggen spielt in der Fruchtfolge des ökologischen Anbaus eine wichtige Rolle. Er ist aufgrund seiner Genügsamkeit und seiner Durchsetzungsfähigkeit gegen Beiwuchs gut geeignet, um zum Ende der Fruchtfolge eingesetzt zu werden. Zu dieser Zeit nimmt der (Wurzel-) Unkrautdruck zu und die Nährstoffversorgung ist durch die Ansprüche der vorhergehenden Kulturen reduziert . Winterroggen lässt sich gut auf ärmeren Standorten einsetzen. Sensibel reagiert er dagegen auf Nässe.
Trotz seiner Genügsamkeit ist der Roggen dankbar für zugeführte Stickstoffgaben, die bevorzugt im zeitigen Frühjahr in Form von Gülle oder Jauche auszubringen sind.
Der Striegeleinsatz ist mit Vorsicht zu gestalten, da der Roggen einen nur knapp unter der Ackeroberfläche sitzenden Bestockungsknoten hat. Im Regelfall wird ein- bis maximal zweimal um den Bestockungszeitpunkt herum gestriegelt. Auch in Hinblick auf Krankheiten und Schädlinge zeigt sich der Roggen unempfindlich. Lediglich Mutterkorn und gelegentlicher Rost- und Schneeschimmelbefall können unter bestimmten Umständen ein Problem darstellen.
Durch die Ausbringung einer Untersaat in den Roggenbestand kann man einen Wachstumsvorsprung für eine folgende Grünbrache. Konkurrenz mit dem Roggen ist in dieser Kombination nicht zu erwarten.
Die Einsaat des Kleegrasgemenges liegt zwischen Bestockung und Schossen des Roggens. Die Vorteile der Untersaaten sind die zusätzliche Stickstofffixierung, die Unkrautregulierung, Erosionsminderung und die rasche Futternutzung nach der Ente des Roggens. .




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