
Raps (Brassica napus)
Der Raps wird oft als das Gold des Nordens bezeichnet. Dies liegt vor allem daran, dass Schleswig-Holstein im Mai aufgrund der Blüte goldgelb erscheint. Die Bedeutung des Rapsanbaus hat aufgrund der sehr guten Vorfrucht, der wirtschaftlichen Vorzüglichkeit sowie der Entzerrung der Arbeitsspitzen in den letzten Jahren stark zugenommen. Vor allem aber die Verteuerung der fossilen Brennstoffe führt zu einer verstärkten Nachfrage an nachwachsenden Rohstoffen. So kann man aus 4 t Raps ca. 1,6 t Rapsöl pressen. Dies entspricht etwa einem Heizwert von 16.000 kWh oder als Kraftstoff ca. 1600 l Diesel (Heizöl).
Bodenbearbeitung

letzten Jahren deutlich ausgeweitet.
Raps verlangt einen tief durchwurzelbaren Boden. Eine ungehinderte Wurzelentwicklung schafft hohe Widerstandsfähigkeit gegen alle auftretenden Stresssituationen. Milde, tiefgründige Lehmböden sind für den Anbau besonders geeignet. Auch schwere Böden sowie humose Sandböden mit guter Nährstoffversorgung ermöglichen bei ausreichenden Niederschlägen sichere Erträge. Ein pH-Wert um 6,5 ist günstig. Das Saatbett sollte möglichst feinkrümmelig sein, um Hohlräume für Schnecken zu vermeiden.
Aussaat
bett.
In Schleswig-Holstein ist ein Saattermin zwischen dem 15. und 30. August als günstig anzusehen. Eine Aussaat ist jedoch auch noch in der erste Septemberwoche möglich. Besonders Hybridsorten, die sich durch eine sehr gute Jugendentwicklung auszeichnen, werden in Schleswig-Holstein angebaut. Es ist jedoch darauf zu achten, dass auf schlecht abtrocknenden, schweren Böden günstige Saatbedingungen ab dem 10. August genutzt werden müssen.
Je nach Saattermin sind 50–60 Körner/m² bei Liniensorten, und 30–50 Körner/m² bei Hybriden anzustreben. Obwohl der Winterraps eine hohe Kompensationsfähigkeit besitzt, sind 50 Pflanzen/m² zur Ernte für einen sicheren hohen Ertrag erforderlich. Die Ablage des Saatgutes sollte in einer "Tiefe" von 2 und 3 cm erfolgen.
Pflanzenschutz

Raps wird von mehreren Pilzkrankheiten befallen.
Folgende Krankheiten sind die wichtigsten:
Weißstängeligkeit (Rapskrebs), Wurzelhals- und Stengelfäule, Rapsschwärze,
Cylindrosporium-Blattflecken sowie Kohlhernie
Die nachfolgenden Schädlinge werden nur bei Überschreiten einer wirtschaftlichen Schadschwelle bekämpft:
Großer Rapserdfloh, Großer Rapsstängelrüssler, Gefleckter Kohltriebrüssler,
Rapsglanzkäfer, Kohlschotenrüssler, Kohlschotenmücke, und Kohlrüben-Blattwespe
Düngung

Mikronährstoffe (z.B. Bor) ausgebracht.
Raps hat als Ölfrucht einen hohen Nährstoffbedarf. Die Grundnährstoffdüngung erfolgt zumeist entweder auf die Stoppeln der Vorfrucht, oder nach Auflaufen im Herbst. Um einen vom Bodentyp abhängigen optimalen pH-Wert zu erreichen, wird zumeist zu Raps gekalkt. Weiterhin stellt der Raps an die Schwefel- und Borversorgung große Ansprüche. Hier ist von den Landwirten eine mineralische Ergänzungsdüngung auszubringen.
Die Stickstoffdüngung ist zumeist in 2 Gaben im zeitigen Frühjahr durchzuführen.
Beispiel für einen guten Standort:
1.a Gabe: 40 kg N über SSA (Schwefelsaurer Ammoniak)
1.b Gabe: 80 kg N über Harnstoff
2. Gabe: 80 kg N über Harnstoff
Hat der Betrieb Wirtschaftsdünger zur Verfügung, so verwertet der Raps diese gut.
Ernte
beginnt die Ernte.
Abhängig von der Sorte und den Anbaubedingungen kann man in Schleswig-Holstein zwischen 3.500 und 5.000 Kilogramm pro Hektar ernten. Der mittlere Ölgehalt beträgt 43 Prozent.
Bei der Rapsernte unterscheidet man den Direktdrusch des stehenden Bestandes und den Schwaddrusch mit mehreren Arbeitsgängen, wobei sich in den letzten Jahren aufgrund der größeren Arbeitsbreiten und verbesserten Druschtechnik der Direktdrusch durchgesetzt hat.Die Zeit für den Direktdrusch ist gekommen, wenn die Körner schwarz geworden sind und beim Schütteln in der Schote rascheln. Das Stroh ist zu diesem Zeitpunkt meist noch grün.




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