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Sonderkulturen

Als Sonderkulturen werden in der Landwirtschaft die pflanzenbauliche Bereiche bezeichnet, die als besonders arbeitsintensiv gelten. Zudem handelt es sich um sehr kapitalbindende Kulturen. Weitere Merkmale einer Sonderkultur sind:

  • Marktorientierung ist größer, deshalb sind Erlöse und Risiken höher.
  • Die direktvermarktung hat bei der Vermarktung eine größere Bedeutung. 
  • Die Anbauflächen sind meist kleinere Parzellen.
  • Sie benötigen bestimmte klimatische Voraussetzungen.

Für Schleswig- Holstein werden z.B. folgende Sonderkulturen in einem größerem Umfang angebaut: Erdbeeren, Spargel sowie Weihnachtsbäume

Erdbeeren

Die Erdbeere direkt vom Feld. Lecker!

Erdbeeren (Fragaria)

In Schleswig-Holstein werden die Erdbeeren in Einzelreihen mit 90 cm bis 1 m Reihenabstand im offenen Boden angebaut. Um eine Verschmutzung der Früchte mit Erde zu verhindern, wird gegen Ende der Blüte Stroh in die Reihenzwischenräume ausgebracht.
Um die Erdbeeren länger in gleichmäßiger Qualität anbieten zu können, nutzt man verschiedene Abdeckungen, um die Pflanzenentwicklung zu beschleunigen oder zu verlangsamen. Durch die Abdeckung mit einem Vlies erreicht man eine Verfrühung der Ernte um 8 bis 14 Tage. Hingegen verzögert mit einer ganzflächigen Überdecken im Spätwinter mit Stroh die Bodenerwärmung und die Ernte um etwa 5 Tage. Zusätzlich bieten diese Abdeckungen eine Schutz vor Kahlfrösten.
In den letzten Jahrzehnten nimmt der Anbau der Erdbeere v.a. unter Folie zu. Hierdurch können die Erdbeeren nicht verschmutzen und sind aufgrund des Daches einem geringerem Pilzdruck ausgesetzt.
Die Anbaufläche in Schleswig-Holstein beträgt ca. 1.000ha.

Weihnachtsbäume

Zwischen 8 und 12 Jahren dauert es, bis die
Tannen ihre Verkaufsgröße erreicht haben.

Grundsätzlich werden Tannen als Weihnachtsbaum genutzt, doch Fichten und andere Nadelbäume sind heute ebenfalls weit verbreitet. In Deutschland wird überwiegend die Nordmann-Tanne als Weihnachtsbaum verwendet. Ihr Anbau findet überwiegend auf landwirtschaftlichen Flächen in Schleswig-Holstein und Dänemark statt, wobei Dänemark mit einem Export von mehr als 10 Millionen Stück Marktführer ist.
Pro Baum werden circa 22 Euro ausgegeben. In den letzten Jahren ist eine Preissteigerung festzustellen, die auch in diesem Jahr aufgrund der Nachfrage aus dem asiatischen Raum weiter fortschreitet. 
Der Weg eines Samenkorns bis zu einem Weihnachtsbaum dauert, je nach Pflanzenart, zwischen 8 und 12 Jahren.
Der Samen wird aus den Zapfen älterer Bäume gewonnen. Das Samenkorn wird dann in Baumschulen zum Sämling gezogen und nach 3 bis 4 Jahren an Forst- und Weihnachtsbaumbetriebe als Jungpflanzen verkauft. Die weiteren Form- und Wachstumsentwicklungen der Weihnachtsbäume hängen stark vom Betrieb, der Pflege, and verschiedenen Natureinflüssen ab.

Spargel

Eröffnung der Spargelsaison.

Spargel (Asparagus)

Spargel benötigt Wärme und lockeren, sandigen, nicht zu feuchten Boden (Geest). Erst drei Jahre nach der Anlage der Beete beginnt die Ernte. Bei richtiger Pflege und Düngung mit organischen Düngern und Kalidünger geben sie bis zu zehn Jahre guten Ertrag.
Bei feucht warmer Witterung kann der Spargel bis zu sieben Zentimeter am Tag wachsen. Durch Aufhäufeln der Erde bei der Spargelzucht bleiben die Triebe auch bei einer Länge von 20 Zentimetern hell. Der so gezogene Spargel wird Weißer Spargel genannt und ist erst seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt.
Wie bei den anderen Sonderkulturen ist der Spargelanbau und hierbei besonders die Ernte reine Handarbeit. Anhand einiger Erdrissen erkennt man den die Oberfläche durchstoßender Spargel und gräbt ihn mit den Fingern auf, um den geeigneten Punkt zum Stechen des Spargels zu finden. Nach dem Stechen wird das Erdloch wieder zugedeckt und die Oberfläche mit einer Maurerkelle geglättet. Zum Schutz vor Lichteinfall auf schon ausgetriebene Spargelspitzen, der die Köpfe verfärben würde, und um bessere Wärmebedingungen für das Wachstum zu geben, werden die Spargeldämme heute oft mit einer dunklen Plastikfolie abgedeckt, die während des Stechens mit einer Erntehilfevorrichtung partiell angehoben und wieder aufgelegt wird.
Das Ende der Spargelsaison beschreibt die Bauernregel: „Kirschen rot, Spargel tot.“ Ihr offizielles Ende ist der 24. Juni, der Johannistag.

Pflaume

Pflaumen werden von Betrieben in 
Schleswig-Holstein im geringen Umfang
angebaut.

Pflaume (Prunus domestica)

Die Pflaume wird nur im geringen Umfang in Schleswig-Holsteinan angebaut. Mit knapp 20 ha Anbaufläche gegenüber ca. 650 ha Baumobstflächen gesamt gehört die Pflaume zu den kleineren Kulturen. Für viele Direktvermarkter – ca. 30 Betriebe im Land produzieren Pflaumen – ist sie aber eine wichtige Frucht. Die Erntemenge des letzen Jahres belief sich auf 245 t.
Die Pflaume ist der Oberbegriff für Zwetschgen, wie sie überwiegend bei uns im Lande angebaut werden und den Renekloden und Mirabellen, die verstärkt in Süddeutschland wachsen. 
Bei uns in Schleswig-Holstein spielen ca. 20 eine Rolle wie z.B. Hanita, Fellenberger oder die Hauszwetschge. Die Sorten unterscheiden sich durch die Fruchtgröße, den Geschmack, die Fruchtfarbe, die Konsistenz des Fruchtfleisches und den Reifezeitpunkt. Neben dem integrierten Pflanzenschutz sind darüber hinaus auch die Entwicklungen bei den Baumunterlagen wichtig.  Hierbei sorgt man dafür, dass die Bäume „nicht in den Himmel wachsen“ und durch einen möglichst kompakten, kleinen Baum die Ernte erleichtert wird. Da diese Bäume nicht ganz so standfest sind, müssen sie in den ersten Wuchsjahren durch einen Pfahl gestützt werden. Schleswig-Holstein ist Spitzenreiter bei der Suche nach solchen schwachwüchsigen Baumunterlagen.