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Zuckerrüben (Beta vulgaris)

Die Zuckerrübe wird von den Landwirten, die spezielle Zuckerrübenlieferrechte besitzen angebaut. Sie hat viele Vorzüge gegenüber anderen Feldfrüchten. Neben der guten Wirtschaftlichkeit spricht insbesondere die positive Vorfruchtwirkungn sowie der geringere Arbeitsaufwand für die Zuckerrübe. In Schlewig- Holstein werden die Rüben  in die beiden Fabriken Güstrow und Uelzen gefahren, da es hier im Lande keine entsprechende Fabrik mehr gibt.
Besonderheit ist, dass die Zuckerrübe zu den Fremdbefruchtern zählt und eine zweijährige Pflanze ist, so dass sie erst im zweiten Jahr einen Blütenstand und Samen ausbildet. Im ersten Jahr entwickelt sie im vegetativen Entwicklungsstadium oberirdisch eine Blattrosette und die Wurzel verdickt sich zu einem weißen Rübenkörper. Die Zuckerrübe ist ein Pfahlwurzler, ihre Wurzeln können bis zu anderthalb Meter tief in den Boden reichen.

Bodenbearbeitung

Die Bodenbearbeitung soll Boden-
verdichtungen beseitigen.

Die Bodenbearbeitung beseitigt mögliche Bodenverdichtungen. Die Saatbettbereitung im Frühjahr sollte bei abgetrocknetem Boden erfolgen.

Aussaat

Die Aussaat erfolgt so früh wie möglich, da die Vegetationszeit 26-30 Wochen dauert.  Die Aussaat erfolgt Mitte März bis Anfang Mai. Technisch aufwendig aufbereitetes Saatgut wird als Einzelkornsaat mit Einzelkornsämaschinen in Reihen im Abstand von 45 cm bzw. 50 cm und einer Tiefe von 2 bis 3 cm ausgebracht, dabei wird ein Bestand von 7 – 11 Pflanzen pro m² erreicht. Verkrustung des Bodens vor Aufgehen der Saat durch mögliche Wassererosionen wird durch Überfahren mit einer Stachelwalze beseitigt.

Pflanzenschutz

Durch Spätfröste oder durch längere Perioden mit Temperaturen zwischen 0 und 8 Grad nach der Aussaat kann bereits im ersten Jahr eine Vernalisation erfolgen, die zu den unerwünschten Schossern führt. Hierbei handelt es sich um ein etwa 1,5 m hoher verzweigter Blütenstand mit unscheinbaren fünfzähligen Blüten. Diese stören die maschinelle Ernte und verursachen Mindererträge, da die Rübenkörper klein bleiben und somit einen geringen Zuckerertrag liefern. Daher müssen diese Schosser in Handarbeit gezogen werden.
Chemische Maßnahmen sind insbesondere bei der Beikrautregulierung unumgänglich. Hierbei ist es wichtig, dass der Bestand bis zur vollständigen Bodendeckung vor Beikräutern geschützt wird.

Düngung

Die Zuckerrübe hat einen großen Nährstoffbedarf. Sie benötigt Stickstoff insbesondere im Jugenstadium bis zum Bestandsschluß, damit sie zügig die für die Photosynthese nötige Blattmasse bilden kann. Der Stickstoffbedarf wird unter Berücksichtigung des Bodenvorrates und des zu erwartenden Ertrages ermittelt. Ab Ende Mai wirkt eine Stickstoffdüngung negativ auf den Zuckergehalt.
Phosphat fördert die Reife und steigert den Zuckergehalt, ebenso wie Kalium. Hierbei ist jedoch auf die negativen Folgen einer Überversorgung zu achten. Ebenso wie Raps benötigt die Zuckerrübe Bor.

Ernte

Die Ernte erfolgt im ersten Vegetationsjahr, da in diesem Zeitraum der Zuckergehalt, der den wirtschaftlichen Nutzen bestimmt, am höchsten ist. Zum Erntezeitpunkt hat die Rübe ein Gewicht von ca. 700 bis 1200 g. Der höchste Zuckergehalt konzentriert sich im Mittelstück der Rübe. Die Ernte erfolgt ab Mitte September bis Mitte November, wobei eine spätere Ernte bei guter Witterung Vorteile hat, da der Zuckergehalt bei längerer Vegetationszeit steigt. Die Rübenerntezeit nennt man auch Kampagne.
Der Erntevorgang  erfolgt in drei Arbeitsschritten: Dem Entfernen des Blattwerkes und des Rübenkopfes, dem Herausholen der Rübe aus dem Boden und dem Aufnehmen der Rübe vom Boden. Es gibt die Möglichkeit alle Arbeitsschritte mit einer Maschine, dem Rübenvollernter, auszuführen. Diese Maschinen gibt es entweder in einer selbstfahrenden Variante oder zum Betrieb an einem Traktor. Die Blätter der Rüben werden beim Entfernen gleich gehäckselt und dann meist auf dem Feld belassen.
Die Erträge liegen bei 400-700 dt/ha (dt = Dezitonne = 100 kg), was einer Zuckerproduktion von bis zu 10 t Zucker entspricht..