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Geflügel

In keinem Bereich der tierischen Produktion hat sich während der letzten Jahrzehnte so viel geändert wie bei der Geflügelhaltung. Eier und Geflügelfleisch sind gut bekömmliche eiweißreiche, kalorienarme Nahrungsmittel und entsprechen somit weitgehend den modernen Ernährungswünschen. Das hat zu einer erheblichen Steigerung des Geflügelfleischverbrauchs geführt. Die Preise hingegen sind über lange Zeit nahezu konstant geblieben. Hohe tierische Leistungen, eine optimale Futterversorgung und Weiterentwicklung der Haltungsverfahren (größere Bestände, Spezialisierung und Rationalisierung) sind die Grundlage für das umfangreiche preisgünstige Angebot.

Haltung

Da die Geflügelhaltung aus Rentabilitätsgründen mehr und mehr in Großbeständen erfolgt, ist die Zahl der Geflügelhalter stark zurückgegangen. Diese Entwicklung wurde dadurch ermöglicht, dass die Geflügelhaltung Flächen unabhängig betrieben werden kann und nicht an die wirtschaftseigene Futtergrundlage gebunden ist. Allerdings sind dieser Entwicklung auch Grenzen gesetzt, da diese Betriebe bezüglich der Wirtschaftsdüngerverwertung und des Tierschutzes gesetzlicher Bestimmungen unterliegen, denen sie nur unter spürbar höheren Kostenbelastungen nachkommen können. Bei den Haltungsverfahren unterscheidet man nach Boden-, Auslauf-, und Käfighaltung, wobei jedes System bezüglich der Ansprüche an Hygienevorschriften und artgerechter Tierhaltung Vor- und Nachteile aufweist. Die Ansprüche an die Geflügelhaltung aus Sicht des Tierschutzes sind in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vom 22. August 2006 im Abschnitt 3 (§ 13 bis 15) geregelt.

Fütterung

Gerade in der Geflügelhaltung steht und fällt der wirtschaftliche Erfolg mit der Fütterung, weil ca. 60 – 70 % der Erzeugungskosten auf ihr Konto gehen. Jeder Fehler, ob in der Futterauswahl oder der Fütterungstechnik, wirkt sich somit ertragsmindernd aus. An den Nährstoffgehalt und die Zusammensetzung des Futters stellt das Huhn besonders hohe Ansprüche, weil der Verdauungsweg sehr kurz ist und größere Speicherorgane im Magen-Darmkanal fehlen.  Die Nahrung muss also innerhalb weniger Stunden aufgeschlossen werden. Deshalb muss das Futter hochwertig, konzentriert und leicht verdaulich sein.

Das Futter besteht zumeist aus Getreide, Soja und Vitamin- und Mineralstoffergänzungen.

Aufzucht

Die heutigen Lege- und Masthühner sind Hybriden, die in jahrelanger züchterischer Arbeit mit den verschiedenen Verfahren der Linienkreuzung aus den natürlichen Rassen entwickelt wurden. Sowohl in der Legeleistung als auch in der Mast sind diese Hybriden wegen ihrer höheren Leistung und besseren Vitalität den reinen Rassen überlegen. Die Hybridhühner werden von Zuchtunternehmen unter hohem finanziellem Aufwand gezüchtet und als „Markenartikel“ angeboten. Der arbeitsteilige Ablauf eines Hybrid-Zuchtprogramms, in das sich Landwirte mittels vertraglicher Bindungen einbinden können, ist meist folgendermaßen gegliedert: Man unterscheidet nach Zuchtbetrieben, Vermehrungsbetrieben, Brütereien, Junghennenaufzuchtbetrieben, Legehennenbetrieben und Junghühnermastbetrieben. Dies verdeutlicht den hohen Spezialisierungsgrad in der Geflügelhaltung. Nicht zu vergessen ist jedoch auch die kleinbäuerliche Geflügelhaltung. Die hieraus erzeugten Produkte werden zumeist über den Weg der Direktvermarktung an den Endverbraucher abgegeben.

Erzeugnisse

Als Haupterzeugnisse aus der Geflügelhaltung sind die Eier und das Geflügelfleisch zu nennen. Der pro Kopf-Verbrauch an Geflügelfleisch in der Bundesrepublik lag im Jahr 2006 bei ca. 16,7 kg und der Eierverzehr bei ca. 206 Stück. Der Selbstversorgungsgrad betrug ca. 70 %.

Es gibt aber auch Nischenprodukte wie z. B. die Daunenfedern als Naturprodukt für die warme Winterdecke.