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ökologische Tierhaltung

Seit 1999 ist neben der EG-Verordnung zum ökologischen Landbau auch die ergänzende Verordnung zur Tierhaltung unter ökologischen Gesichtspunkten in Kraft. Sie beinhaltet detaillierte Bestimmungen zu Haltung, Fütterung und Krankheitsvorsorge in der ökologischen Tierhaltung.
Hinsichtlich der Haltung wird der Grundsatz verfolgt, dass Tiere in der Lage sein sollen, sich ihrem natürlichen Verhalten angepasst bewegen zu können. Laut EG-Verordnung müssen Tiere ungehindert Zugang zu Futter- und Tränkestelllen haben und die Ställe ausreichend natürliche Belüftung und Tageslichteinfall haben. Ebenso müssen Frei- und Auslauffläche zur Verfügung stehen.
Die Fütterung soll nach dem Grundsatz der Verordnung mit ökologisch erzeugten Futtermitteln gewährleistet sein. Ausnahmen sind in der EU-Verordnung genau festgelegt bzw. müssen von der zuständigen Kontrollbehörde genehmigt werden.
Die Krankheitsvorsorge stützt sich auf Maßnahmen wie angemessene Besatzdichte, die Wahl geeigneter Rassen, Fütterung, etc. Die therapeuthischen Anwendungen konzentrieren sich vorrangig auf pflanzliche und homöopathische Medikamente. Bei Nicht-Erfolg dieser Maßnahmen kann im Akutfall mit chemisch-synthetischen Medikamenten behandelt werden. Wachstums- und Leistungsfördernde Stoffe dürfen nicht, Hormone ausschließlich zur therapeutischen tierärztlichen Behandlung angewandt werden.
Die ökologische Tierhaltung ist flächengebunden, um einen weitgehend geschlossenen Betriebskreislauf zwischen Boden, Pflanze und Tier zu verwirklichen. Ohne ausreichend vorhandene Fläche ist eine Tierhaltung nicht erlaubt.
Die meisten Landwirte des ökologischen Landbaus haben sich in Verbänden organisiert, deren Vorgaben für die landwirtschaftliche Praxis meist höhere Standards setzten.

Nähere Informationen finden Sie unter www.oel.fal.de

Rinder

Schweine

Mit zunehmender Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten ist auch die Nachfrage nach ökologisch erzeugtem Schweinefleisch gestiegen. In Schleswig-Holstein gibt es zur Zeit 92 Betriebe, die insgesamt 7121 Tiere gemäß EG-Öko-Verordnung halten (MLUR, 2003).
Haltung
Unter der Prämisse der Tiergerechtheit gehören viel Tageslicht, natürliche Belüftung, Gruppenhaltung und Auslauf zu den Grundvoraussetzungen in der ökologischen Tierhaltung. Typisches Haltungssystem für Schweine ist die Tiefstreuhaltung. Sauen müssen, mit Ausnahme des letzten Trächtigkeitsstadiums und der Säugeperiode, in Gruppen gehalten werden. In vielen Betrieben nutzt man eine Kombination aus Freiland- und Stallhaltung.
In der Schweinemast können die Tiere sowohl in geschlossenen, als auch in Außenklimaställen gehalten werden. Laut EG-Öko-Verordnung muss in beiden Fällen eine Auslauffläche zur Verfügung stehen. Erst in der Endmast ist eine Stallhaltung ohne Auslauf erlaubt. Diese Haltung darf jedoch nicht mehr als ein Fünftel der gesamten Lebensdauer ausmachen. 
Aufzucht
Ferkel bleiben 40 Tage zum Säugen bei der Mutter, also ungefähr doppelt so lange, wie in der konventionellen Aufzucht. Um die zusätzlichen Kosten für weitere Abferkelbuchten zu reduzieren, wird unter anderem das Gruppensäugeverfahren angewandt. Dabei werden nach 10 bis 14 Tagen mehrere Sauen mit ihren Ferkeln in einer Gruppe zusammengefasst. Am Ende der Säugezeit werden die Ferkel in speziellen Ferkelaufzuchtställen in der Gruppe gehalten. Flatdecks und Ferkelkäfige sind verboten.  Die Ferkel werden schon frühzeitig an die Aufnahme von Grundfutter zu gewöhnt. Hierfür gibt es auch in der ökologischen Schweineaufzucht eigens für Ferkel zusammengestellte Futtermittel (Prestarter).
Erzeugnisse
Der Markt für Öko-Schweinefleisch ist klein. In Deutschland wurden im Wirtschaftsjahr 2005/2006 wurden rund 170.000 Schweine ökologisch gemästet. Das macht gemessen an der gesamten Schweinefleischproduktion einen Anteil von 0,5% aus. Die Preise für Öko-Schweinefleisch liegen 90% über dem für konventionelles Fleisch. was aus den höheren Preisen für ökologische Futtermittel und den höheren Haltungskosten resultiert. Die Vermarktung der Erzeugnisse erfolgt zum überwiegenden Teil über die Verbände des ökologischen Landbaus und nur zu einem geringen Anteil über die Direktvermarktung.

Geflügel

Schafe und Ziegen