
Rinder
Die Rinderhaltung in Schleswig-Holstein teilt sich in Milchkuh-, Rindermast- und Mutterkuhbestände auf. Von 5.300 Milcherzeugern werden ca. 335.000 Milchkühe gehalten. Die Milcherzeugung ist das wichtigste Standbein der schleswig-holsteinschen Landwirtschaft. Weiterhin werden 41.000 Mutterkühe gehalten. Die Milch- und Rindfleischerzeugung bildet mit einem Produktionswert von ca. 1 Milliarde Euro eine wichtiges Segment der Landwirtschaft.
Die Form der Haltung und Fütterung ist von der jeweiligen Produktionsrichtung und der Intensität des Verfahrens abhängig. Durch die Auswahl bestimmter Rassen und unterschiedlicher Aufzucht werden spezielle Erzeugnisse für die Verbraucher erstellt. Des weiteren hat sich der Einsatz von Rindern in der Landschaftspflege seit Jahren bewährt.
Haltung

In der Landschaftspflege hingegen werden die Mutterkühe im Freien gehalten. Sie halten dabei die Landschaft offen, schützen großflächig vor Verbuschung und sorgen für eine einmalige Vielfalt an Pflanzen und Tieren auf den Naturweiden. Man erkennt also: Rind ist nicht gleich Rind. Für jeden Lebensraum wurden im Lauf der Jahrhunderte verschiedene Rassen gezüchtet. Allgemein kann festgestellt werden, dass je höher die Leistungsanforderung an die Tiere ist, desto mehr werden die Tiere in Ställen gehalten und je extensiver das Produktionsverfahren ist, desto eher überwiegt die Weidehaltung.
Fütterung

Eine bedarfs- und tierartgerechte Fütterung ist Bedingung für eine wirtschaftliche Rinderhaltung. Um diese erfüllen zu können, benötigt der Landwirt Kenntnisse über Nährstoffgehalt, Wirkung und Kosten der eingesetzten Futtermittel. Rauhfuttermittel wie Gras, Silage, Heu sind für Rinder aller Leistungsklassen unverzichtbare Futtergrundlage. Je höher die erbrachten Leistungen der Tiere sind, mehr energiereiches Futter ist erforderlich. Teure Kraftfutter werden häufig über Stationen mit individueller Tiererkennung zugeteilt oder gezielt in Mischrationen eingesetzt, um eine optimale Versorgung der Tiere sicherzustellen. Auch die Versorgung mit ausreichendem Trinkwasser ist zwingend notwendig. So benötigt eine Hochleistungsmilchkuh an heißen Tagen ca. 120 Liter Wasser.
Wiederkäuer wie Rinder, Schafen und Ziegen sind für die Nutzung von Grünland unverzichtbar. Sie sind die einzigen Tiere, die aus sonst für den Menschen nicht nutzbaren Produkten hochwertige Lebensmittel erzeugen.
Aufzucht

In der Milchkuhhaltung werden die Kälber von der Mutter getrennt und entsprechend den Anforderungen der Kälberhaltungsverordnung in Gruppen aufgezogen. Die Versorgung erfolgt hier über Milchpulvertränkesysteme, Kraftfutter und mit zunehmendem Alter auch über Rauhfutter wie Heu und Silagen.
Erzeugnisse
Außer der Milch wird in Schleswig-Holstein auch hochwertiges Rindfleisch erzeugt.
Die Zahl der Rinderschlachtungen erhöhte sich im Jahr 2006 um 2 % im Vergleich zum Vorjahr auf 368.000 Tiere.
Woran erkennt man hochwertiges Rindfleisch?
Das auffälligste Merkmal guter Qualität ist sicherlich die Farbe. Das Rot sollte „frisch“ sein, nicht zu hell und nicht zu dunkel. Empfehlenswertes Fleisch ist zudem eher glänzend als matt. Die Muskelfasern sollten eher fein als grob sein und eine stärkere Marmorierung (im Fleisch eingewachsenes Fett ) gibt dem Fleisch einen besseren Geschmack. Das besondere Aroma entsteht durch das dem Alter des Schlachttieres angemessene „Abhängen“ des Schlachtkörpers im Kühlhaus und der dadurch hervorgerufenen Milchsäurebildung.
Die augenscheinlichste Kontrolle darüber, ob es sich um ein gutes Stück Rindfleisch gehandelt hat, zeigt sich bei der Zubereitung: Ein gutes Stück Rindfleisch wird im Topf oder in der Pfanne nicht kleiner, sondern geht auf.




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