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Schweine

Die Schweinehaltung in Schleswig-Holstein teilt sich in Herdbuchzucht-, Ferkelerzeuger- und Mastschweinebestände auf. Von ca. 2.200 Schweinehaltern werden insgesamt 1,5 Mio. Schweine gehalten. Davon sind 1,0 Mio. Jung- und Mastschweine und 124.000 Zuchtsauen.
Tendenziell nimmt der Schweinebestand kontinuierlich zu, während die Anzahl der Schweinehalter rückläufig ist. Die durchschnittliche Bestandsgröße je Betrieb beträgt 684 Schweine.

Haltung

In Schleswig-Holstein werden die Anforderungen an die Schweinehaltung durch den Erlass zur Haltung von Schweinen in Schleswig-Holstein geregelt. Sowohl Landwirtschafts-, Tierschutz- und Umweltverbände, als auch der Tierschutzbeirat des Landes haben daran mitgewirkt. Darin wird für Neu- und Umbauten eine artgerechte Haltung mit viel Platz, Licht und Pflege gewährleistet. Die Beachtung der angeborenen Verhaltensweisen wie Neugierigkeit, Bewegungsbedürfnis und Verspieltheit werden darin verstärkt berücksichtigt und durch Anforderungen an die Stallausstattung sichergestellt.

Fütterung

Eine bedarfs- und tiergerechte Fütterung ist Bedingung für eine ökonomische Schweinehaltung. Um diese erfüllen zu können, benötigt der Landwirt Kenntnisse über Nährstoffgehalt, Wirkung und Kosten der eingesetzten Futtermittel. Je nach Alter und Leistungsbedarf der Tiere (eine säugende Sau benötigt z. B. mehr Eiweiß als eine niedertragende) wird durch unterschiedliche Mengen und ein unterschiedliches Mischungsverhältnis der einzelnen Futterkomponenten dem Gesamtnährstoffbedarf der Tiere entsprochen.
Man unterscheidet zwischen Trocken- und Flüssigfütterung. Bei der Flüssigfütterung wird das Trockenfutter mit einer Flüssigkeit (z. B. Wasser oder Molke) zu einem Futterbrei vermischt. Die Fütterung ist zumeist mechanisiert und erfolgt über Rohrleitungen zu den Trögen. Die Futtermengen können über Volumen- oder Gewichtsdosierung dem jeweiligen Bedarf der Tiere angepasst werden.

Aufzucht

Nach der Geburt muss den Ferkeln eine angenehm warme Liegefläche zur Verfügung stehen. Sie werden mit einer betriebsindividuellen Ohrmarke gekennzeichnet, so dass der Herkunftsbetrieb jederzeit nachvollziehbar ist. Während der Säugezeit verbleiben die Ferkel bei der Mutter und werden zunächst über die Muttermilch versorgt. Parallel dazu wird ihnen Wasser und Ferkelfutter zur freien Verfügung angeboten, um sie gut auf die Nahrungsaufnahme nach der Säugezeit vorzubereiten. Nach dem Absetzen werden die Tiere in Gruppen gehalten. Die Stalltemperaturansprüche werden mit zunehmendem Alter und Gewicht immer geringer. Diese werden z. T. durch den Einsatz moderner Heiztechniken (Fußbodenheizung, Wärmestrahler, effizienzsteigernde Wärmetauscher) im Optimum gehalten.

Erzeugnisse

Die Produktion von Fleisch- und Wurstwaren und deren Vermarktung ist ein mehrstufiger Prozess, an dem viele Betriebe beteiligt sind. Die Kette umfasst Futtermittelhersteller, Landwirte, Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe und Verkaufsläden. Ziel von Qualitätssicherungssystemen und Gütezeichen ist eine stufenübergreifende systematische Kontrolle jeder Produktions- und Verarbeitungsstufe, um die hohen Ansprüche an die einwandfreie Qualität und sichere Herkunft unserer Lebensmittel zu sichern.